Der Bildschirmarbeitsplatz
Aus mehreren Gründen ist längeres Arbeiten am Bildschirm nicht gerade förderlich für die Gesundheit; besonders besonders belastet sind dabei die Augen und das Sehvermögen:

1. Das Blicken auf eine hinterleuchtete Fläche
1. Sie blicken längere Zeit ununterbrochen auf eine hinterleuchtete Fläche, also direkt in eine Lichtquelle hinein. Das menschliche Auge ist aber nur für das Aufnehmen von reflektiertem Licht "gebaut".
Im Extrem merken Sie das, wenn Sie versuchen, direkt in die Sonne, die stärkste Lichtquelle, zu schauen. Nach kürzester Zeit schmerzen Ihre Augen; und es braucht längere Zeit, bis die Augn sich wieder so erholt haben, dass Sie Ihre Umgebung überhaupt wieder sehen können. Zu langes In-die-Sonne-Starren würde sogar zu Blindheit führen.
Die Lichtquelle des Bildschirms verbraucht den Sehpurpur
Nun ist die Leuchtquelle eines Bildschirms natürlich lange nicht so stark wie die Lichtquelle Sonne, aber das Prinzip ist das gleiche: Der Sehpurpur in den Netzhautzellen, die das Licht aufnehmen, verbraucht sich, und die Augen müssen sich zwischendurch immer wieder erholen, d.h. sie holen sich aus dem Stoffwechsel das, was sie brauchen, um ständig neuen Sehpurpur zu bilden.
Beim normalen Sehvorgang ist dies für die Augen kein Problem, bei der viel stärkeren Beanspruchung durch die hinterleuchtete Bildschirmfläche aber wird die Netzhaut stark beansprucht. Das Lesen eines Bildschirmtextes ist also nicht zu vergleichen mit dem Lesen eines Buches, wobei Sie zwar auf eine sehr helle Fläche blicken, aber nur reflektiertes Licht empfangen.
2. Die Augen neigen zum Starren:
weniger Lidschläge führen zu trockenen Augen

Der Lidschlag dient dazu, den Augen einen Moment der Dunkelheit zu verschaffen, damit der Sehpurpur sich regenerieren kann. Außerdem wird das Auge durch den Lidschlag befeuchtet, und Staubpartikel aus der Luft werden von der Hornhautoberfläche abgewaschen.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen beim Arbeiten am Bildschirm noch mehr zum Starren neigen als beim Lesen von Texten auf Papier. Starren bedeutet, dass Sie die Augen länger als normal zwischen den einzelnen (unbewussten) Lidschlägen geöffnet halten.
Also kann sich die Netzhaut (der Sehpurpur) im Auge weniger regenerieren, obwohl das Auge durch die starke Beanspruchung mehr und häufigere Erholung nötig hätte.
Vitamin A hilft bei der Bildschirmarbeit
Das Auge braucht größere Mengen Vitamin A, um neuen Sehpurpur aufzubauen.
Ab und zu ein Glas frischen Möhrensaft (mit ein wenig Fett, damit der Körper das Vitamin A aufnehmen kann) zu trinken hilft den Augen bei langer Bildschirmarbeit.
Vorsicht bei Vitamin-A-Tabletten; eine Überdosierung kann gerade für die Augen äußerst schädlich sein.
Ihre Augenoberfläche wird trockener, und Staubpartikel werden weniger oft "abgewaschen", obwohl viel mehr Staubpartikel als normal ins Auge geraten.
Symptome überanstrengter Augen am Bildschirm:
Augenschmerzen und Verspannungen
Dass der Bildschirm eine PC, ähnlich wie der Bildschirm eines Fernsehers, verstärkt Staub regelrecht anzieht, haben Sie sicher schon bemerkt. Leider werden diese Partikel aber auch wieder abgestoßen: sie "schießen" geradezu mit immenser Geschwindigkeit von der Bildfläche ab und - Ihnen direkt in die Augen, auf die Hornhautoberfläche.
Alle ungesunden Aspekte treffen beim Fernseher genauso zu, aber vor dieser hinterleuchteten Fläche sitzen Sie nicht so dicht wie vor dem Bildschirm des PC, weshalb die ungesunden Auswirkungen längst nicht so stark sind.
Es ist also nicht verwunderlich, dass so viele Menschen, die regelmäßig lange Zeiten am Bildschirm verbringen, verstärkt über Verspannungen, Augenschmerzen und Sehprobleme klagen, über Symptome wie trockene Augen, müde und brennende Augen, Augenreizungen, Augenentzündungen und allgemein verschwommenes Sehen.
Die Bildschirmbrille

Am besten arbeiten Sie künftig mit einer "Computerbrille" bzw. Bildschirmbrille. Die Bildschirmbrille ist keine Sehtrainingshilfe, sondern eine vom Augenoptiker auf Ihre Bedürfnisse genau angepasste Brille für die Arbeit am PC. Da Sie beim Lesen am Bildschirm einen anderen Sehabstand haben und auch die Neigung der Blickrichtung anders ist als beim Lesen eines Buches, ist eine Bildschirmbrille etwas Anderes als eine übliche "Lesebrille".
Messen Sie mit einem Zentimetermaß möglichst genau den Abstand von Ihren Augen bis zur Bildschirmoberfläche, und geben Sie die Maße von Blickabstand und Blickneigungswinkel auf den Bildschirm an; Ihr Augenoptiker kann mithilfe dieser Angaben eine für Sie individuell angepasste Bildschirmbrille anfertigen.
Selbst wenn Sie sonst keine Brille brauchen, könnten Sie von einer Bildschirmbrille oder Computerbrille profitieren: In diesem Fall brauchen Sie nur eine Brille aus "Fensterglas" (d.h. aus optisch reinem Glas bzw. Kunststoff ohne Sehkorrektur), die Sie aber immerhin vor den in Ihre Augen schießenden Staubpartikeln schützen würde.
Sehtraining u. Augentraining am Bildschirm und in den Pausen
Wenn Sie lange vor dem Bildschirm sitzen, sind natürlich eine gute Ergonomie, Ihre Sitzhaltung, und die Haltung von Schultern, Kopf und Nacken wichtig.
Ausserdem wird beim langen Sitzen vor dem Bildschirm auch Ihre Atmung flach. Dadurch erhalten Körper allgemein und Augen und Sehzentrum im Besonderen weniger Sauerstoff, obwohl sie mehr Sauerstoff brauchen würden.
Kleine Pausen mit ausgewählten Blickübungen, Augenübungen und Bewegungsübungen für den ganzen Körper sind also aus vielen Gründen sinnvoll.
1. Augenübung am Bildschirm:
Blicken Sie öfter über den Bildschirm hinweg möglichst weit in die Ferne und zurück in die Nähe. |
2. Sehübung am Bildschirm
Umwandern Sie den Bildschirm, lassen Sie die Augen in Ihrer unmittelbaren Umgebung umherwandern. |
3. Augenübung am Bildschirm
Richten Sie Ihren Bildschirmarbeitsplatz so ein, dass Sie in einigem Abstand hinter dem Bildschirm ein Objekt anblicken, "fixieren" können, und üben Sie an diesem Objekt in Abständen immer wieder das Akkomodieren von nah auf fern und zurück.
Akkomodieren
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4. Enspannungsübung am Bildschirm
Machen Sie öfter die Übung Palmieren
und verbinden Sie diese Übung mit einer kurzen mentalen Entspannungsübung für Kopf, Nacken, Schulter und den ganzen Körper.
Noch eine Kurzübung während der Bildschirmarbeit:
Auf den Kopf klopfen |
5. Bewegung am Bildschirmarbeitsplatz
Auch wenn es schwer fällt, sich vom Bildschirm zu lösen:
Es ist gesund, sich hin und wieder zu erheben und den ganzen Körper zu bewegen, um Verspannungen abzubauen und den Kreislauf für eine bessere Sauerstoffversorgung anzuregen.
Wenn dies im Moment nicht möglich ist, dann bewegen Sie wenigstens die Füße: Stellen Sie die Füße abwechsend auf die Ballen und auf die Hacken; danach lassen Sie die Füße aus dem Fußgelenk heraus abwechselnd nach links und nach rechts kreisen.
Bewegen Sie den Oberkörper in alle Richtungen, lassen Sie die Schultern nach hinten kreisen und dann lassen Sie den Kopf nach vorn, nach hinten, nach links und nach rechts fallen (die Halswirbelsäule nicht kreisen!).
Gähnen Sie kräftig aus ausgiebig: das Gähnen entspannt alle Gesichtsmuskeln und die Augen und lädt Sie in Sekundenschnelle mit Sauerstoff auf (vorausgesetzt, Sie sorgen auch für genügend frische Luft im Raum!).
Übungen:
Dehnen - Streckem - Gähnen
Auf- und Abfedern
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6. Ein kleines Gesundheitsprogramm
zum schnellen Regenerieren:
Eine spezielle Zusammenstellung von ausgewählten Atem- und Blickübungen im Sitzen (während der Arbeit vor dem Bilschirm), und von Augenentspannungen und Ganzkörperübungen für die kleine Pause gibt es auf Tonkassette und CD:
Augenentspannung
Vitale Augen am Bildschirm
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Eine ausführliche Beschreibung aller Hilfsmittel zum Sehtraining und Literatur zum ganzheitlichen Sehtraining finden Sie unter
Hilfsmittel - Shop
CD und Tonkassetten
Die besondere Rasterbrille
Bücher und Fachliteratur
Die Presse über Bildschirmarbeit und Kurzsichtigkeit
Obwohl sich die Medizin alternativen Methoden gegenüber im Allgemeinen noch immer eher skeptisch bis uninformiert zeigt, gibt es hier und da auch interessante Informationen, wie z.B. einen aktuellen Artikel in der Ärztezeitung mit dem Titel "Der PC ebnet der Kurzsichtigkeit den Weg". In diesem Artikel wird der Zusammenhang von Bildschirmarbeit, modernem Lebensstil und der epedemieartig anteigenden Rate von Kurzsichtigkeit in Industrieländern herausgestellt.
Unter der Überschrift "So läßt sich das Risiko für Kurzsichtigkeit minimieren" findet sich u.a. der Hinweis, bei Bildschirmarbeit "ab und zu in die Ferne zu schauen" (im Augentraining als "Akkomodationsübung" bekannt).
Wenn Sie diesen - aus ganz anderem Blickwinkel interessanten - Artikel vom 31.05.2005 über Kurzsichtigkeit und Bildschirmarbeit lesen möchten, finden sie hier den direkten Link zu: Ärzte-Zeitung.de